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Montag, November 24, 2014

Von der Nichtwürdigung * no appreciation of art


Heute möchte ich hier einfach einige Gedanken notieren, die mich beschäftigen.

Ein Leben als Künstlerin ist meine Passion. Ich kann gar nicht anders als künstlerisch tätig zu sein, jede Minute in meinem Leben. Das mag Fluch und Segen zugleich sein, aber es ist nun mal so.
Das so ein Leben hart ist und man nicht unbedingt so lebt wie ein Gerhard Richter ist mir bewusst.
Jedoch stelle ich seit einigen Jahren (ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten) eine immer größer werdende  Nichtwürdigung von künstlerischer Leistung fest.

Da gibt es immer mehr Menschen, die versuchen um Bildpreise zu feilschen, als wäre ein Kunstwerk ein orientalischer Teppich. Es gibt millionenschwere Unternehmen, die anbieten bei ihnen auszustellen, ohne einen Cent dafür zu bezahlen zu wollen. Diese möchten mit der künstlerischen Arbeit gratis ihre Mitarbeiter und Kunden "beeindrucken". Es gibt Schulen, Geschäfte und Vereine, die Künstler gerne für kostenlose Workshops gewinnen möchten, damit die Künstler so die Möglichkeit bekommen, sich in der Öffentlichkeit präsentieren können.
Da sind Kommunen, die Ausstellungen mit öffentlichen Geldern finanzieren und am Ende gibt es doch nicht das versprochene Honorar für die Künstler und...und...und.

Dazu möchte ich sagen: 
Von Gratis und Kostenlos kann kein Künstler seine Rente einzahlen, keine Gebühren bezahlen und es wärmt auch nicht das Haus.
Kunst ist Arbeit. Oft sogar viel Arbeit. 
Diese Arbeit zählt und ist etwas wert!

Kommentare:

  1. danke für diese ehrlichen worte! - ja, es ist auffallend. bei mir vor allem, was workshops angeht - "machen sie doch, ist doch werbung für sie. aber für den raum müssen wir dann schon trotzdem miete verlangen"...
    lieben gruß
    dania

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  2. Ja, es soll an allen Ecken und Enden gespart werden und manchmal bekommt man den Eindruck als gäbe es immer weniger Verständnis für Menschen, die nicht ein "normales" von der Gesellschaft akzeptiertes Leben führen möchten. Kunstmaterialen sind teuer und auch das kreative Arbeiten fordert etwas vom Künstler: Stärke, Nerven, Konzentration. Es ist nicht immer nur ein High!

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  3. Ja traurig und wahr. Ich beneide manchmal einen Michelangelo oder andere Künstler die bis zur letzten Jahrtausendwende noch davon leben konnten. Ich kann das leider nicht, für den Gelderwerb muss ich im Beruf arbeiten, aber ich freue mich extrem auf die Pension (so in 11 Jahren). Meine romantische Vorstellung ist, mich dann als Künstlerin ausleben zu können.
    Bis dahin mache ich Ausstellungen und freue mich so mindestens an einem Feedback und mit 3-4 Bildern die ich verkaufen kann.
    lieber Gruss Steohanie

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